„Dat mokt wi allens mit de Winsch, Captain“

„Dat mokt wi allens mit de Winsch, Captain“

Erst einmal genug geübt, denken wir (wird auch zu teuer, unser Budget reicht nur für einen gerammten Trimaran im Jahr), den Rest der Urlaubes wollen wir richtig losfahren… und dazu holen wir uns Chuck an Bord, sozusagen betreutes Segeln.

Während ich noch Vorräte bunkere und die Koje vorbereite, holt der Mann an meiner Seite Chuck stilsicher von der Elbfähre ab, vorbei an der Drei-Stunden-Wartezeit-Autoschlange, anscheinend ist der Elbtunnel gesperrt.

Angekommen wirft Chuck als erstes seinen Seesack schwungvoll in die Kajüte und danach unseren vorsichtig erstellten Fahrplan um.

„Wir fahren um acht Uhr los, dann sind wir so gegen zwei Uhr auf Helgoland!“ freut er sich.

Ich weise daraufhin, dass es schon aber schon zehn Uhr ist, Chuck lacht und sagt“ Acht Uhr abends natürlich,hehehe“

Nachts fahren? Ich bin sehr skeptisch, aber der Mann an meiner Seite freut sich ebenfalls, wittert ein Abenteuer und verkauft mir die Idee als „ein Erlebnis, dass Du nicht mehr vergessen wirst“

Damit sollte er Recht behalten, allerdings anders als er dachte .

Wir legen ab, nachdem wir den amüsiert grinsenden Hafenmeister über unsere Pläne informiert haben, er versichert uns, er würde uns bei Marine Traffic folgen…

Aus dem Hafen, raus auf die Elbe, auf die rote Seite.

Es ist noch warm, die Sonne geht gerade unter, schönes orangenes Licht, das Wasser ist fast spiegelglatt, kein Wind…wir motoren , Richtung Tonne acht.

Backbord liegen die Lichter von Cuxhaven, ich gewöhne mich langsam an die Dunkelheit, die Nachtfahrt fängt an mir zu gefallen.

Allerdings nicht mehr lange.

Kaum liegt Cuxhaven hinter uns, wird es windig, Nordwest, die Wellen werden höher, glaube ich zumindest, sehen kann ich sie nicht in der Dunkelheit.

Aber spüren, der Bug geht hoch, kurze Schwerelosigkeit, dann gehts wieder abwärts mit viel Lärm und spritzendem Wasser, rot und grün angeleuchtet durch die Positionslichter.

Es wird immer windiger, wir kämpfen uns vor zur Tonne 8, dann 300°, Chuck versichert mir „wird gleich weniger mit der Welle“.

Stunden später warte ich immer noch darauf, dass es besser wird, es geht hoch und runter, gegen den immer mehr werdenden Wind, kurz vor Helgoland dann gebe ich auf und umarme den Eimer, während die Jungs anfangen, über die Tonnenfarbe zu diskutieren, ich höre, wie Chuck sagt“ Zum Glück ist es dunkel, da sieht sie nicht, wie hoch die Wellen sind, hehehe“

Vor Schreck und Welle ich treffe den Eimer nicht mehr, falls wir jemals anlegen, werde ich das Deck schrubben müssen..

Aber Chuck bleibt optimistisch, “ dat mokt wi allens mit de Winsch“ sein Standardspruch….

Helgoländer Päckchen…


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