Austern statt Algen an der Spundwand; auf gehts nach Sylt!

Austern statt Algen an der Spundwand; auf gehts nach Sylt!

Unsere Reise geht weiter, als nächstes wollen wir nach Hörnum.

Chuck und der Mann an meiner Seite planen bereits heimlich die Route, als ich dazu komme, schrecken sie ertappt hoch.

„So, wann wollen wir denn weiter?“ frage ich unschuldig… Beide murmeln etwas vor sich hin, es hört sich an wie „zwei Uhr morgens“.

Wenn ich eine Augenbraue hochziehen könnte, was ich zu meinem grössten Bedauern trotz stundenlangen Übens vor dem Spiegel nicht kann (ebenso wie die Zunge einrollen, auch eine beneidenswerte Fähigkeit, die mir nicht vergönnt ist), dann würde ich es jetzt tun.

Aber anscheinend wurde mein Blick auch ohne Augenbrauenhochziehen verstanden und eine lange und sehr fadenscheinige Erklärung hinterhergeschoben, weswegen es aufgrund der Tide, des Mondes, der nicht vorhandenen Tonnenbeleuchtung, der Strömung und der schwarzen Katze auf dem Nachbarboot unbedingt erforderlich ist, mitten in der Nacht loszufahren.

Ich tue so, als würde ich das glauben und koche drei Liter Kaffee..

Die Nordsee zeigt sich von ihrer sanften Seite, ein paar Wellen schaukeln das Schiff wie eine Wiege, ein wenig Raumwind, wir setzen die Segel, Motor aus und die Nacht beginnt.

Kein Mond, aber unendlich viele Sterne, ich kuschele mich in meine Kapuze und schaue nach oben, sehe die Milchstrasse, erkenne Sternbilder..

Später geht der Mond auf, eine schmale, dunkelrote Sichel zuerst, danach silbern, mit der Venus direkt darunter… ein wenig weiter westlich steigt Orion hoch… es ist wunderschön, jetzt weiss ich, warum Chuck so gerne nachts fährt…

Im Osten wird es rosa, die Sonne geht auf und wir sind im Vortrapptief, neben uns liegen dicke Seehunde aufgereiht wie Marshmallows auf der Sandbank, die langsam kleiner wird mit der Flut.

Vor uns leuchtet der Hörnumer Leuchtturm, ich sehe schon den Strand, das erste Mal nach Sylt von dieser Seite, ich bin aufgeregt.

Unter Motor laufen wir in den Hörnumer Hafen ein und finden einen freien Platz am Steg, legen an und hüpfen an Land.

Dort wartet schon meine Mutter mit einem grossen Picknickkorb voller Frühstück, immer noch ungläubig, dass wir wirklich mit dem Schiff bis nach Sylt gekommen sind.

Nach einem ausgiebigem Frühstück und Bordbesichtigung bringen wir meine Mutter zum Bus zurück nach Westerland und wir verabreden uns für den nächsten Tag zum Fischessen in List.

Nach einer langen Dusche in den richtig schicken sanitären Anlagen des Sylter Yachtclubs (posh, nicht wahr?) kochen wir an Bord auf Wunsch von Chuck, dem die teuren Sylter Restaurants nicht geheuer sind.

Am nächsten Morgen steigen wir in den völlig überfülten Bus nach List, alle maskiert , es steigen immer noch Leute zu, die Busfenster sind geöffnet, ab und zu riecht es ein bisschen nach Heidekraut…

In List steigen wir aus, finden meine Mutter im Gedränge, kaufen ein Eis und spazieren auf der Kaimauer entlang bis zum Rettungskreuzer, werfen das restliche Kleingeld und noch ein bisschen mehr in die schiffsförmige Spendendose, die noch genauso aussehen wie zu meiner Kinderzeit; gutes Karma sammeln… und hoffen, dass wir die Jungs (und Mädels) nie brauchen werden.

Mit dem Bus geht es zurück nach Hörnum, am Hafen suche ich noch einmal die schicke Toilette des (ich muss es einfach nochmal schreiben) SYLTER YACHTCLUBS auf, dort finde ich dann auf dem Toilettenpapierhalter mein Handy wieder, das ich schon den ganzen Tag vermisst hatte.

Am nächsten Tag legen wir wieder ab, diesmal ganz untypischerweise nach Sonnenaufgang und weiter gehts, nach Amrum.

Stimmt…

Nachts unterwegs…

Sylter Austern… und ein Seestern

Ein Gedanke zu „Austern statt Algen an der Spundwand; auf gehts nach Sylt!

  1. Hallo Team Skyroad,
    ich freue mich sehr über jeden neuen Beitrag Eures Abenteuers
    und besonders darüber, dass ich die Erste sein durfte in Hörnum, die
    ⛵️ betreten und besichtigen durfte??

Die Kommentare sind geschlossen.

Die Kommentare sind geschlossen.